Am 14. April 2026 kamen kommunale Akteurinnen und Akteure im Rahmen des Projektes „Bürgermeister:innen aktiv” zusammen und tauschten sich darüber aus, wie Nachbarschaftsinitiativen und insbesondere Dorfläden zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen beitragen können.
Praxisbeispiel Dorfladen „Oose Laade“
Ein zentrales Beispiel war der Dorfladen „Oose Laade“ in der Eifelgemeinde Greimersburg, vorgestellt von Ortsbürgermeister Hans-Werner Junglas. Er gab Einblicke in die Entstehung des Projektes – von der Machbarkeitsstudie im Jahr 2010 bis zur Eröffnung im Jahr 2011.
Der Dorfladen ist heute weit mehr als ein Ort der Nahversorgung. Unter dem Leitgedanken „Hier leben wir, hier kaufen wir“ hat er sich zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt im Dorf entwickelt. So gibt es im Laden einem Tisch mit Sitzmöglichkeiten für acht Personen und jeden Donnerstagnachmittag werden frische Waffeln gebacken.
Neben einem breiten Sortiment an Produkten des täglichen Bedarfs werden auch regionale Erzeugnisse angeboten. Darüber hinaus übernimmt der Laden zahlreiche ergänzende Funktionen für das Dorfleben, etwa Lieferdienste für ältere Menschen, Fest- und Partyunterstützung, Verleih einer Hüpfburg und die Organisation von Beerdigungscafés in der Mehrzweckhalle.
Mit der Entstehung eines neuen Dorfplatzes und des Umbaus des Gemeindehauses soll zudem ein größerer Treffpunkt entstehen und 24/7-Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden.
Erfahrungen und Herausforderungen aus der Praxis
Im Austausch wurden verschiedene Modelle von Dorfläden vorgestellt – von ehrenamtlich getragenen Strukturen bis hin zu wirtschaftlichen Vereinsmodellen und Mischformen mit angestellten Kräften.
Dabei wurden auch zentrale Herausforderungen deutlich, insbesondere steigende Betriebs- und Energiekosten, die Sicherstellung der Warenversorgung sowie die Gewinnung von Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. Gleichzeitig zeigte sich, dass flexible Konzepte, regionale Kooperationen und eine starke Einbindung der Bevölkerung entscheidend für den langfristigen Erfolg sind.
Fazit und Ausblick
Die Veranstaltung hat deutlich gemacht, dass Dorfläden weit über ihre Versorgungsfunktion hinausgehen. Sie sind Orte der Begegnung, stärken den Zusammenhalt und leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in ländlichen Gemeinden.
Der nächste digitale Erfahrungsaustausch findet am 23. Juni 2026 von 16:00 bis 17:30 Uhr statt. Als Input wird Werner Weber seine Erfahrungen im Koblenzer Stadtteil Lützel der Praxis vorstellen. Er ist Vorsitzender des Vereins LüztelAktiv, der neue Gemeinschaften gegen Einsamkeit schafft.

