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Fortbildung „Lesebotschafter*innen“ - Türöffner*innen für lebendige Kontakte in der Nachabarschaft

Mit dem Fortbildungsprogramm, einem neuen Schwerpunkt in der Landesinitiative, sollen nachbarschaftliche Netzwerke in Rheinland-Pfalz kreative Impulse für neue Angebote vor Ort erhalten. Das Lesen bzw. das Buch dient als Türöffner, um neue Kontakte zu erschließen, der Einsamkeit Älterer entgegenzuwirken und soziale Teilhabe zu erleben. Die Buchangebote richten sich an ältere und alte Menschen, die zu Hause oder in Senioreneinrichtungen leben.

Neben älteren Menschen vorzulesen, geht es auch um gemeinsames Lesen und den Austausch über Bücher und Geschichten in kleinen Gruppen, beispielsweise in Mehrgenerationenhäusern, Tagespflegen oder Büchereien. Die Angebote sollen auch unter Bedingungen der Corona-Pandemie stattfinden können. So werden digitale Angebote entwickelt, wie beispielsweise eine kleine Gruppe, deren Mitglieder per Videotelefonie miteinander verbunden sind oder per Messenger digitale Buchtipps untereinander austauschen.

Großes Interesse an diesem Fortbildungsprogramm

Die Resonanz auf dieses Angebot, dass kreative Impulse für neue Angebote in nachbarschaftlichen Netzwerken stiften soll, ist sehr groß. Die ersten drei Fortbildungen zum Lesebotschafter und zur Lesebotschafterin im Mai, Juni und September 2021 waren innerhalb weniger Tage ausgebucht.

Unter den Teilnehmenden sind Haupt- und Ehrenamtliche. Diese Mischung ist von Anfang an angedacht gewesen, um sowohl ehrenamtliche Lesebotschafter vor Ort zu haben, als auch hauptberufliche Mitarbeitende, die Angebote der Lesebotschafter initiieren möchten. Als neue Teilnehmergruppe für die Landesinitiative sind Mitmachende aus Büchereien dazugekommen. Büchereien sind wichtige Orte in der Nachbarschaft, die sich zu Treffpunkten etablieren können.

Fit gemacht für die Aufgaben als Lesebotschafter in spe

Damit möglichst vielfältige Leseangebote vor Ort entstehen, besteht das Fortbildungsprogramm aus einem Basis- und Aufbauworkshops.

Im Rahmen der Basis-Onlinefortbildung  haben die ersten Lesebotschafter*innen in spe grundlegende Informationen bekommen, wie ein Leseangebot vor Ort aufgebaut und umgesetzt werden kann. So konnten die Teilnehmenden sich über Lebenssituationen älterer Menschen auseinandersetzen, erhielten Grundlagen zum Vorlesen und zu Leseangeboten sowie Anregungen mit bereits existierenden Beispielen aus der Praxis wie die Vorlesepaten in Senioreneinrichtungen der Stiftung Lesen, die Medienboten aus Hamburg oder der digitale Leseclub.

Erste Pläne für Lesenangebote entstanden

Im Rahmen der Basisfortbildungen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, erste eigene Lese-Angebote zu entwickeln. In Kleingruppen entstanden vielfältige Ideen wie zum Beispiel:

  • Kaffeekränzchen mit Vorlesen als Angebot für Einzelpersonen, die nicht mehr selbst lesen können
  • Erzählcafé,  Literarische Reisen zu Themen wie „unter der Linde“ oder Herbstlese und ein Lesenachmittag mit Kurzgeschichten als Vorleseangebot für kleine Gruppen,
  • Offener Treff mit Café zu bestimmten Themen zum gemeinsamem Lesen in der Gruppe,
  • Lese- und Buchaktionen wie das Lesen an ungewöhnlichen Orten wie im Wald oder eine Autorenlesung sowie ein
  • digitales Erzählcafé.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sehr zufrieden mit der Online-Fortbildung. Sie waren der Auffassung, dass es sehr informativ und vielseitig war, sehr gute Impulse für die Umsetzung vor Ort gab und zudem kurzweilig war.

Weiterer Erfahrungsaustausch inklusive

Die weitere Begleitung und Unterstützung der Lesebotschafter*innen ist ebenfalls Bestandteil des Fortbildungsprogramms. Dafür hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros einen Onlineraum über die Plattform Moodle eingerichtet. Dort haben alle diejenigen Zugang, die an einer Basisfortbildung teilgenommen haben. Neben Informationen aus den Fortbildungen soll weiterer Informations- und Erfahrungsaustausch untereinander ermöglicht werden. Außerdem können sich Teilnehmende, die aus einer Region kommen, zusammenschließen und ggf. gemeinsam Leseangebote an den Start bringen. Bislang wurden im gemeinsamen Moodle-Raum Büchertipps geteilt, von ersten Vorleseerfahrungen berichtet sowie erste lokale Kontakte geknüpft.

Regelmäßig finden Aufbauworkshops statt.

Bei Interesse wenden Sie sich an Annette Scholl, Tel. 0228 18499575, scholl@seniorenbueros.org.